Ladet Euch jemanden ein, den Ihr für offen und kreativ haltet und der nicht aus Eurem Dorf stammt, idealerweise auch nicht aus einem ähnlichen Dorf der Region – jemand, der einen Blick aus der Fremde hat. Wenn ihr Lust habt, könnt Ihr sogar spielen, dass er ein Außerirdischer ist und Ihr ihm die Erde und ihre Logik erklärt. Je fremder der Blick, je besser. Bevor Ihr losgeht, betrachtet eine Karte des Dorfes und findet heraus, wo genau seine Grenzen verlaufen und mit welchem Ausmaß Ihr es eigentlich zu tun habt, denn Dörfer sind viel größer als ihre bewohnten Anteile.
Nun nehmt Euch ein paar Stunden Zeit und erforscht das Dorf, ganz langsam. Guckt Euch alles an und redet über alles, während Ihr Euch Notizen über alles macht, was Ihr so entdeckt: vom Schilf um den Dorfanger bis zu den Strohstapeln neben den Windrädern. Versucht, alle Ressourcen, die im Dorf zur Verfügung stehen könnten, festzuhalten, ohne irgendetwas als unnütz abzustempeln. Ihr erhebt Ressourcen und bewertet nicht, ob sie zu irgendetwas zu gebrauchen sind. Falls Ihr in Gesprächen mit anderen landet, erklärt, dass Ihr alle Ressourcen des Dorfes kennenlernen wollt und fragt nach weiteren Ideen. Oftmals wissen wir gar nicht, was in Scheunen so gespeichert wird, was keiner mehr braucht.
Im Anschluss trinkt einen Kaffee zusammen und überlegt gemeinsam, was man aus dem machen könnte, was Ihr gesammelt habt – egal wie utopisch es Euch zunächst erscheint. Wenn Ihr bereits ein Veränderungsteam im Dorf habt, stellt beim nächsten Treffen Eure Forschungsergebnisse vor.
Nun berichtet uns: Wie war es? Was habt Ihr in Eurem Dorf neu kennengelernt? War es leicht oder schwer, einen neuen Blick einzunehmen? Gibt es konkrete Ressourcen, in die Ihr Euch ein wenig „verliebt“ habt? Gibt es Ressourcen, in denen ihr beim besten Willen nichts anderes als Abfall erkennen könnt? Welche Ideen sind Euch gekommen? Was bewegt sich ggfs. noch in Euch? Wie haben andere reagiert, denen Ihr von Eurer Forschung erzählt habt?