Anfangen

Erste Schritte in ihrem Dorf

„Ich kann mir kein seligeres Wissen denken, als dieses Eine: dass man ein Beginner werden muss. Einer, der das erste Wort schreibt hinter einen jahrhundertelangen Gedankenstrich.“
Rainer Maria Rilke

Am Anfang steht nur eines: jemand, der anfängt. Es ist noch keine konkrete Vision nötig, nur der Wunsch, aktiv das Dorf (mit-) zu gestalten. Der erste Schritt ist immer gleich: Menschen finden, die sich auch engagieren wollen.

Im Folgenden ein paar Möglichkeiten für erste Schritte im eigenen Dorf, von der Erstansprache zum ersten Treffen:

Erzählt Eure Geschichte!

Menschen werden nicht gerne missioniert, sie hören jedoch gerne Geschichten. Im Gegensatz zu reiner Sachinformation transportieren Geschichten auch Emotionen. Daher haben Geschichten ein größeres Potential, Menschen zum Handeln zu bewegen. Eine Geschichte, die der Aktivierung dient, hat drei Elemente:
Die Geschichte des Ich, dem konkreten Bezug zum eigenen Leben;
Die Geschichte des Wir, die Relevanz für andere Menschen, für die Dorfgemeinschaft;
Die Geschichte des Jetzt, der Grund, weshalb genau jetzt der richtige Moment ist, zu handeln.
Kleine Anleitung für die Erstellung der eigenen aktivierenden Geschichte zum Ausdrucken

Das Gesagte durch Bilder unterstützen

Bei den meisten Menschen bleiben Bilder mehr im Gedächtnis als Worte. Sie dienen als Gedächtnisstütze und erleichtert das „Weitererzählen“, da Kerninhalte und Argumentationsstruktur dadurch wiederholbar sind. Die Vorbereitung von Bildern hilft uns zudem, für uns selbst herauszufinden, was eigentlich das Wesentliche ist. Am besten also ein paar (am liebsten schlecht gemalte, damit niemand Hemmungen hat, es nachzumachen) Visualisierungen vordenken und dann live im Gespräch, beispielsweise auf einer Serviette, malen
Kleine Anleitung für die Anfertigung von Visualisierungen zum Ausdrucken

Zum gemeinsamen Denken und Austausch einladen

Klassische Versammlungen auf dem Dorf machen oftmals müde: die Sitzanordnung richtet die Aufmerksamkeit nach vorne und nicht aufeinander, es sind immer dieselben die etwas sagen, es gibt kaum Raum zum gemeinsamen Entwickeln. Eine Einladung zum gemeinsamen Denken sollte also von Anfang an interaktiv sein und alle Menschen auf Augenhöhe miteinander in Kontakt bringen. Ein mögliches Format hierzu ist das World Café, in dem alle in wechselnden Gruppen die spannendsten Fragen diskutieren und dokumentieren.
Kleine Anleitung für die Durchführung eines World Cafés zum Ausdrucken

Zum Filmabend einladen

Einige Dorfentwicklungen wurden durch Dokumentarfilmer begleitet und zeigen deutlich, wie viel man erreichen kann, wenn man sich gemeinsam auf den Weg macht – auch wenn der Weg zwischendurch durchaus steinig ist. Der gemeinsame Blick auf die Erfahrungen eines anderen Dorfes kann ein sehr guter erster Schritt sein, um im Anschluss an die Filmvorführung gemeinsam über das eigene Dorf nachzudenken. Der Film „Von Bananenbäumen träumen“ beleuchtet beispielsweise den Entwicklungsprozess von Oberndorf in Niedersachsen, u.a. von der Umsetzung eines eigenen Geschäftsmodells und dem Erhalt von kulturellen Angeboten und Möglichkeiten für Kinder.
Kleine Anleitung für die Gestaltung eines Filmabends mit anschließender Diskussion zum Ausdrucken

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